Bündnerschiefer
Unter diesem Namen werden Sedimentgesteine unterschiedlichster Art zusammengefasst, die während der Jura- bis Kreidezeit (rund 100 Mio Jahre!) in einem Meeresbecken abgelagert wurden und deshalb gewaltige Mächtigkeiten (über 1 km!) erreichen konnten.
Es sind meistens dunkelbraune, stark geschieferte Gesteine, die im Binntal die gesamte Nordbegrenzung (Schweifgrat) ausmachen. Ihr ursprünglich sedimentärer Charakter ist noch klar zu erkennen; Fossilien sind zwar keine mehr zu entdecken (sie wurden durch die Metamorphose zerstört).
Mineralogische Zusammensetzung
Je nach Art und Ort der Ablagerung lagen ursprünglich verschiedene Sedimente vor: kalkreiche (Kalke), quarzreiche (Sandsteine) und tonige (aluminiumreiche) Schichten, die durch die Alpenfaltung umgewandelt wurden:
kalkige: Calcit, Quarz, Muskovit, Rutil, Pyrit, etc.
sandige: Quarz, Calcit, Muskovit, Rutil, Pyrit, etc.
tonige: Muskovit, Granat, (Almandin), Quarz, Calcit, etc.
Der Granat entstand durch die Metamorphose aus den tonigen (Al-reichen) Sedimenten.
Entstehung
Die Sedimente wurden bei der Alpenfaltung umgewandelt, wobei je nach Ausgangsmaterial verschiedenartige Umwandlungsprodukte entstanden.
Alter
Die Sedimente wurden vermutlich im Anschluss an die Trias bis gegen die Kreidezeit abgelagert (vor 190 Mio Jahren bis etwa 80 Mio Jahren). |