| Dolomit | Kalk- (Dolomit-) Brennofen | Fotos und Texte S. Graeser |
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Dolomit Mineralogische Zusammensetzung Entstehung Alter Kluft-Mineralien
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Seit rund 1000 Jahren wird in Mitteleuropa Kalk-Gestein zu Kalk-Mörtel gebrannt. In vielen Regionen der Zentral-Alpen steht jedoch kein Kalk in genügender Reinheit zur Verfügung um Mörtel herzustellen (Oberwallis, Tessin, Graubünden). Findige Leute kamen schon früh auf die Idee, anstelle des fehlenden Kalk-Gesteins den massenhaft vorhandenen Dolomit zu brennen - und waren damit sehr erfolgreich! Der Magnesium-haltige Mörtel erwies sich, wie neueste Experimente ergaben, sogar als resistenter als der normale Kalk-Mörtel! Dolomitbrennen: Ausgangsmaterial Dolomit = CaMg(CO3)2
1.) In einem ersten Schritt entsteht beim Brennen aus dem (zuckerkörnigen), wasserhaltigen Dolomit ein hartes, blau gefärbtes “Gestein” als Zwischenprodukt, das aus dem Mineralien Calcit und Brucit besteht. 2.) Bei Fortsetzung des Brennvorganges gibt der Calcit CO2 ab, der Brucit Mg(OH)2 nimmt wieder CO2 auf und geht in das wasserlösliche Bikarbonat Mg(HCO3)2 über, womit das Magnesium grösstenteils ausgewaschen werden kann. Endprodukt ist (Mg-haltiger) “Brandkalk” CaO, der - mit Wasser gemischt - den gelöschten Kalk (Mörtel) liefert. Der Ofen fasst ca. 3 m3 Dolomit-Gestein zum Brennen. Die im Boden eingelassenen Wände des Ofens mussten als Trockenmauern (ohne Mörtel!) konstuiert werden, da bei dem mehrtägigen Brennvorgang jeglicher Mörtel zerstört worden wäre. Der Brennofen am Messerbach wurde bis Ende des 19. Jahrhunderts verwendet. Um ihn vor dem Zerfall zu retten, wurde er 1991 von der Universität Basel (mit Unterstützung der Schweiz. Gesellschaft für historische Bergbauforschung) ausgegraben und restauriert. |
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