Serpentine
Das Gestein ist meist sehr feinkörnig, besitzt ein hohes spez. Gewicht und erscheint in frischem Zustand dunkelgrün, verfärbt sich aber bei Verwitterung gelblichbraun (hoher Eisen-Gehalt; Oxidation des Eisens). Die Verwitterungsrinde ist häufig sehr schön erkennbar.
Mineralogische Zusammensetzung
Antigorit-Serpentin, aktinolithische Hornblende, Olivin, Chlorit; Erzmineralien (Magnetit, Chromit, Ilmenit).
Entstehung
Vermutlich war das Ausgangsgestein ein Lherzolith (Olivin-Pyroxen-Gestein), der während der Alpenfaltung aus grosser Tiefe vom oberen Mantel abgeschürft und umgewandelt wurde.
Alter
Es sind noch keine radiometrischen Altersbestimmungen durchgeführt worden. Aus Analogie zu ähnlichen Serpentinit-Vorkommen in der Simplon-Region könnte ein Alter von ca. 500 Mio Jahren postuliert werden.
Kluft-Mineralien
Der Serpentinit selber weist gelegentlich Klüfte auf, die Mineralien enthalten können, berühmt geworden sind aber vor allem Mineralien aus der basischen Randzone und basischen Gängen im Serpentinit (sog. "Rodingiten"). Granat (Demantoid, Andradit), Vesuvian, Diopsid, Epidot, Aktinolith, Apatit, Zeolithe, Titanit, etc. |
Meta-Gabro (früher als Amphibolith bezeichnet) Dieses merkwürdige, deutlich massig erscheinende Gestein findet sich nur lokal in einem beschränkten Bereich zwischen Freichi und Wysse Bach (durch die Alpstrasse wurden sehr frische Aufschlüsse geschaffen).
Es handelt sich um ein ausgesprochen homogen erscheinendes, dunkelgrünes Gestein, das - obwohl es amphibolithfazielle Metamorphose durchlaufen hat - den massigen Charakter eines primär plutonischen Gesteins bewahrt hat.
Mineralogische Zusammensetzung
Amphibol (Hornblende), Albit, Epidot, Biotit; selten Calcit und Pyrit. Die chemische Zusammensetzung des Gesteins entspricht recht genau einem Gabbro-Diorit.
Entstehung
Als Gabbro dürfte dieses Gestein ursprünglich (wie der Serpentinit) im Oberen Mantel vorgelegen haben und im Lauf der Alpenfaltung zusammen mit dem Lherzolit (Ausgangsgestein für Serpentinit) abgeschürft worden sein. Während dieses Vorganges muss der Gabbro irgendwie von dem ultramafischen Körper (Serpentinit) abgetrennt worden sein. Dabei wurde der Gabbro metamorph umgewandelt, ohne dass er seinen massigen Charakter verlor (Gabbro => Meta-Gabbro).
Alter
Es liegen noch keine radiometrischen Altersbestimmungen des Gabbros vor. Falls es sich tatsächlich um ein ursprüngliches Ober-Mantel-Gestein handelt, käme (wie beim Serpentinit) ein Alter von etwa 500 Mio Jahren in Frage.
Kluft-Mineralien
Obwohl das Gestein von verschiedenen Kluftsystemen durchzogen wird, entstanden keine eigentlichen Mineralklüfte.

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Grünschiefer (Amphibolith)
Dieses hellgrüne, stark geschieferte Gestein verläuft in einem Hauptzug von unterschiedlicher Mächtigkeit (lokal bis über 10 m) durch das ganze Binntal (Zen Binnen bis Feldbachtal), meistens zwischen Dolomit und Bündnerschiefer eingelagert, stellenweise aber auch direkt in den Bündnerschiefern.
Die Grünschiefer sind relativ feinkörnig ausgebildet, Hauptmineral ist ein stengeliger Amphibol (Hornblende). Das Gestein ist stark geklüftet, die glatten Kluftflächen verlaufen genau senkrecht zur Schieferung.
Mineralogische Zusammensetzung
Amphibol (grüne Hornblende), Albit, Epidot, Rutil, Pyrit, etc. Das häufigste Auftreten von Hornblende ist für die grüne Färbung verantwortlich.
Entstehung
Es handelt sich vermutlich um ehemalige Basalte der ozeanischen Kruste (Produkte von untermeerischem Vulkanismus), die auf Meeres-Sedimenten (Dolomit, Bündnerschiefer) abgelagert wurden. Bei der Alpenfaltung wurden die Grünschiefer zusammen mit Dolomit und Bündnerschiefer ins Gebirge verfrachtet.
Alter
Nach der stratigraphischen Position in Dolomit und Bündnerschiefern dürften sich die Basalte zwischen Trias und Jura gebildet haben (Alter demnach jünger als etwa 190 Mio Jahre).
Kluft-Mineralien
Eher spärlich. Die Klüfte sind ausgesprochen schmal und bieten wenig Platz zur Bildung von Mineralien. Typisch sind: eisenhaltiger Calcit, Quarz, Albit, Pyrit.
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