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Der Realgar – feuerrot und hochgiftig

Halbedelsteine

Bereits im Altertum wurde dieser Stein als Farbpigment verwendet. Seine rote Farbe faszinierte im Mittelalter Buch- und Tafelmaler. Tizian verwendete ihn häufig in seinen Gemälden. Die Rede ist vom Realgar, ein Mineral, das wegen seiner Giftigkeit mit Vorsicht zu genießen ist.

Roter Realgar Kristall

Der Realgar mit der Formel As4S4 gehört zur Gruppe der Sulfide und Sulfosalze. Hervorstechendes Merkmals ist seine feuerrote Farbe, wobei es auch Varietäten orange-rot gibt. Der Realgar ist ein instabiles Mineral und zerfällt in der Luft. Auch seine Härte ist gering (Mohshärte 1,5 bis 2). Trotzdem faszinieren der schöne Glanz und die Durchsichtigkeit bei besonders schönen Exemplaren. In Säure gelöst, entsteht hochgiftiger Arsen-Wasserstoff.

Die Giftigkeit des Steines schränkt seinen praktischen Nutzen stark ein. Als Farbpigment in der Malerei dient er nur bei der Restauration alter Gemälde. Ansonsten haben moderne Farbstoffe den Realgar ersetzt.
Interessant ist seine Verwendung als Antiseptikum in der alternativen Medizin. Das wußten schon die Inkas zu schätzen. Es sind beim Gebrauch des Steines auch besondere Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Schutzhandschuhe und Augenschutz sind obligatorisch.

Trotzdem ist der Realgar in manch einer Mineraliensammlung zu finden. Schöne ästhetische Stufen auf Calcit sind durchaus ein Genuss für das Auge. Der Sammler sollte den Stein jedoch vor Licht schätzen und vorsichtig mit ihm umgehen.

Der Realgar ist ein typisches Sekundärmineral, das durch Zersetzung und Verwitterung ensteht. Beim Realgar war es der Arsenopyrit, der die Wandlung vollzog. Gefunden wurde der Realgar in Nevada (USA), in Mazedonien, China und Rumänien. Ein bedeutender Fundort in der Schweiz ist die Grube Lengenbach im Binntal (Wallis).

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