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Die tausend Farben des Turmalin

Halbedelsteine

Sein Farbenreichtum steckt schon in seinem Namen. „Tura Mali“ heißt er auf singalesisch, das bedeutet, der Stein mit gemischten Farben. In Ägypten wird er deshalb als Stein des Regenbogens bezeichnet. Die Rede ist vom Turmalin, ein Mineral der Silikat-Familie von komplexer chemischer Zusammensetzung, der auf der ganzen Welt beheimatet ist.

Turmalin in Quarz aus Pakistan

Vorkommen

Bedeutende Funde stammen aus Asien, dem amerikanischen Kontinent und Afrika. Besonders Sri Lanka ist bekannt für seine reichhaltigen Vorkommen. In Brasilien fanden Garimpeiros in den 80er Jahren Turmalinstufen von gigantischen Ausmaßen. Besonders ästhetische Exemplare kamen in den letzten 20 Jahren aus Pakistan und Afghanistan. Gewiefte Abenteurer brachten von den pakistanischen Stammesfürsten so manchen Schatz nach Europa und ließen die Herzen der Mineraliensammler höher schlagen. Zum Vorschein kamen Stufen von einmaliger Ästhetik, mit bizarren Turmalin-Säulen auf gneishaltigem Muttergestein. In Europa gibt es historische Fundstellen in Sachsen, in Kärnten und sogar in der Schweiz. Einzelne Exemplare fanden Schweizer Strahler in der Grube Lengenbach, hier im wallisischen Binntal. Zugegeben, die alpinen Funde begeistern weniger wegen ihrer Größe, sondern wegen der Herkunft selbst.

Aussehen

Den Turmalin gibt es je nach chemischer Zusammensatzung in verschiedenen Farben. Bekannt sind der scharze Schörl, benannt nach einem Ort in Sachsen, der gelbbraune Dravit, benannt nach Fundstellen im Kärntnerischen Drautal, oder der Elbait, benannt nach der italienischen Mittelmeerinsel. Grüne Varietäten werden als Verdelith, rote als Rubellit und blaue als Indigolith bezeichnet. Damit ist das farbliche Spektrum bei weitem nicht abgedeckt. Mehr als 50 Varianten wurden entdeckt und spektakuläre Farbverläufe von transparent über grün zu blau auf einer einzigen Kristall-Säule sind keine Seltenheit. Zuweilen bieten transparente Steine einen interessanten optischen Effekt, den der Fachmann Pleochroismus nennt. Je nach Blickwinkel ergeben sich unterschiedliche Lichtbrechungen und Farbwirkungen. Oft verbirgt der schwarze Schörl ein farbiges Geheimnis. Wer einen Turmalin in Scheiben schneidet, wird überrascht von Farbcollagen unterschiedlichster geometrischer oder organisch-vegetativer Formensprache im Inneren des Steines.

Verwendung in Technik und Schmuckindustrie

Diese Turmalin-Querschnitte haben die Eigenschaft, Licht zu filtern. Die Technik nutzt dies für Polarisationsfilter, beispielsweise in Polarisationsmikroskopen. Die piezo-elektrischen Eigenschaften mancher Varietäten macht sich die Elektronik-Industrie zunutze. Den Schmuck-Designer inspirieren die 1000 Farben des Turmalins zu individuellen Kreationen. Wer einmal ein Collier aus Turmalin-Querschnitten gesehen hat, versteht, warum gerade für Unikat-Schmuck der Turmalin so hervorragend geeignet ist. Jede Turmalin-Scheibe ist ein Einzelstück und nicht reproduzierbar. Als Schmuckstein gibt es den Turmalin in den unterschiedlichsten Schliffarten. Hochkomplexe Schliffe wie der Brillantschliff sind jedoch selten. Da der Turmalin unregelmäßig bricht, eignet sich der rundliche Cabochon-Schliff ganz besonders. Die mit 21 Turmalinen bestückte Meisterschale der deutschen Bundesliga ist hierfür ein schönes Beispiel.

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