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Dolomit – Der Stein der weißen Berge

Halbedelsteine

Wer vom Pustertal ins Gadertal fährt und nach ca. 20 Kilometern die Enge der Talschlucht verlässt, dem zacken sich die bizarren Konturen majestätischer Bergriesen entgegen. Weiß ist die Farbe dieser Wände und Grate, weshalb diese Berge in früheren Zeiten als die „monti pallidi“, die „bleichen Berge“, bezeichnet wurden. Als der französische Geologe Déodat de Dolomieu um 1790 herum in diese Gegend kam, vermutete er, diese Berge seien aus Kalkstein erbaut. Tatsächlich fand er heraus, dass dieses weiße Gestein zusätzlich Magnesium-Anteile enthält. Dolomieu zu Ehren wurde es Dolomit genannt und die Berge um Corvara sind natürlich die Dolomiten. Was hat es mit diesem gesteinsbildenden Mineral auf sich?

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Weltweite Verbreitung

Der Dolomit findet sich überall dort, wo die Bildung des Kalksteins mit magnesiumhaltiger Lösung in Wechselwirkung tritt. Das war im Laufe der Erdgeschichte bei der Bildung der südlichen Kalkalpen der Fall, wie zum Beispiel in den Dolomiten in Südtirol. Weitere Vorkommen in Europa finden sich in den bayerischen Voralpen, der schwäbischen und fränkischen Alb, im Harz und in der Schweiz. Wie ist das Mineral aufgebaut?

Dolomit – einige mineralogische Daten

Der Dolomit ist ein Kalzium-Magnesium-Karbonat mit einem trigonalem Kristallsystem, das der Strahler mit viel Glück in Form von rhomboedrischen Stufen finden kann. Seine Farbe ist weiß, manche Varietäten sind gelblich bis bräunlich. Besonders schöne Kristalle sind durchsichtig bis durchscheinend und faszinieren durch vielfarbige Luminiszenz. Das Mineral ist mit Mohshärte 3,5 bis 4 eher weich, es lässt sich vollständige spalten und weist einen muscheligen Bruch auf. Im Gegensatz zu Kalk läßt sich das Mineral nur schwer von Säure angreifen und findet daher vielfältige Verwendung in Bau und Technik.

Verwendung des Dolomit

Die Bauwirtschaft benötigt den Dolomit als Zusatzstoff für Bodenbeläge, Mauern, Randsteine und Palisaden und die Herstellung von Pflastersteinen. Er wird verwendet, um Glaswolle und technische Glase zu produzieren. Wichtig ist sein Einsatz bei der Bodenstabilisierung und Isolierung. Der Unglücksreaktor von Tschernobyl beispielsweise wurde mit Dolomit-Sand zugedeckt. Als Katalysator in Hochöfen hilft er bei der Stahlerzeugung. In der Landwirtschaft wird er als Düngekalk verwendet. Durch seine geringe Härte ist er ein ideales Scheuermittel, wenn es darum geht, Glasflächen von Kalkverschmutzung zu säubern.

Als Schmuckstein ist der Stein weniger beliebt, da er für Schmuck-Fassungen zu weich ist. Trotzdem wird er in manchen Mineralienshops angeboten, die vor allem auf angebliche Heilkräfte des Minerals setzen. Die Mineralienfreunde dagegen freuen sich über schöne Stufen, die Strahler in Europa zu Tage fördern.

Fundorte von Dolomit-Stufen

Schöne Dolomit-Exemplare stammen aus Tirol, der Gegend um den Brenner und dem St.-Gotthard-Paß in der Schweiz. Im Wallis wurde in einer alpinen Zerrkluft in der Nähe von Fiesch eine Stufe mit Dolomit-Kristallen gefunden, deren Kanten eine Länge von bis zu 12 cm hatten. Im wallisischen Binntal findet sich der Dolomit in der Grube Lengenbach. Mineralienfreunde können hier sogar Exkursionen mit einheimischen Strahlern buchen.

Bildquelle: Wikipedia

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