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Mineralien & Halbedelsteine

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Das verschlagene Licht des Adular

Halbedelsteine

Gottfried Benn besang in einem seiner Gedichte das verschlagene Licht des Mondes mit seinem fahlen, weißlichen Schimmer. Auch im Reich der Mineralien gibt es einen Edelstein, dessen Licht an des Mondes Leichenfarbe erinnert. Die Rede ist vom Mondstein, einer Varietät des Adular. Dabei gibt es den Adular nicht nur in Weiß.

Der Adular, heute vorzugsweise Orthoklas genannt, ist ein Silikat mit Mohs-Härte 6 und gehört zur Gruppe der Feldspate. Den Stein gibt es in vielen verschiedenen Farben, wobei Gelb, Grau, Orange und Braun überwiegen. Am seltensten und wertvollsten sind die weißen Varietäten, von denen der Mondstein der Berühmteste ist.

Der Stein zählt zu den gesteinsbildenden Mineralien und kommt in alpinen Zerrklüften vor. Weltweit zu finden ist er in allen Gebirgen alpinen Charakters, ob in Afrika, Asien, Nordamerika oder Südamerika. Sammler lieben schöne Adular-Stufen aus den Alpen. Strahler finden den Adular in den österreichischen Zentralalpen und in der Schweiz. Hier sind schöne Funde aus dem Untersulzbachtal an der Knappenwand und im Zillertal bekannt. Aufsehenerregende Stufen fanden Schweizer Strahler im Wallis, in der Gegend von Fiesch und Goms. Bedeutende Funde werden aus dem Walliser Binntal oder dem Val Giuv in Graubünden berichtet. Die mit 2000 Kilogramm größte Adular-Stufe kommt aus dem Bündener Val Sterla. Diese Stufe wies Verzwilligungen von bis zu 25 cm auf.

Industrielle Verwendung findet das Mineral in der Keramik-, Pharma- und Glasindustrie. Als wichtiger Baustoff von Fließen ist er ebenso in Gebrauch, wie als Zusatzmaterial für Zahnprothesen. Die Schmuckindustrie verwendet besonders schöne Exemplare des Mondsteines für verführerische Kreationen. Dem Stein wohnt eine gewisse Kühle inne, was manchen Goldschmied herausfordert, heißbegehrte Preziosen aus ihm zu machen. Es sind sicher Individualisten jenseits des Mainstreams, die Schmuck aus oder mit Adular bzw. Mondstein tragen.

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