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Aragonit – der Bio-Baustoff

Halbedelsteine

Der Aragonit wurde im Jahre 1796 vom Mineralogen A.G. Werner in Aragonien, Nordspanien, entdeckt. Er gehört zur Gruppe der Karbonate und ist mit dem Kalzit verwandt. Der Aragonit fasziniert Mineraliensammler und ist gleichzeitig ein interessanter Baustoff.

Aragonit Abbildung

Zusammensetzung und Aussehen

Aragonit hat die chemische Formel CA[CO3] und ist farblos weiß, kann aber je nach chemischer Beimengung gräulich, bräunlich, gelblich oder rötlich erscheinen. Faszinierend ist seine Luminiszenz. Im UV-Licht erscheint das Mineral in den unterschiedlichsten Farben. Mit einer Mohshärte von 3,5 bis 4,5 ist das Mineral eher weich. Seine Kristallstruktur ist rhombisch, wobei es Aragonitstufen unterschiedlichster Form gibt, angefangen von prismatischen Kristallen bis zu kugeligen oder nadeligen Ausprägungen. Das Mineral entstand in den Hohlräumen von Erzgängen oder durch hydrothermale Bildung. Besonders neben heißen Mineralquellen sintert Aragonit in verschiedenen Varietäten aus, wie den Erbsen- oder Sprudelstein.

Weltweit vertreten

Aragonit findet sich überall auf der Welt, ob in den USA, Mittel- und Südamerika, Asien, Australien oder Neuseeland. In Europa findet er sich in nahezu allen Ländern. Schöne Aragonit-Funde aus Deutschland stammen aus den Mittelgebirgen, Sachsen und Thüringen. Berühmt sind die Aragonit-Funde der Karlsbader Quellen, von denen Goethe schon berichtete. Einzig in der Schweiz ist er eher seltener zu finden, im Gegensatz zu seinem Bruder, dem Kalzit. Dokumentiert sind Funde in der Gegend von Grindelwald. Interessant zu wissen ist, dass Aragonit Baustoff des Perlmutts und der Korallenriffe ist.

Verwendung

Damit hat jeder mit Aragonit zu tun, der Perlschmuck gestaltet, verschenkt oder trägt. Als Schmuckstein selbst wird er auch verwendet. Schöne Exemplare haben makellose Prismen und sind von wunderschöner Transparenz. Allerdings ist der Aragonit sehr empfindlich. Die Schmucksteine aus Aragonit werden daher häufig mit Kunstharz stabilisiert. Künstler verwenden Aragonit für Skulpturen, die erst im UV-Licht sichtbar werden. Technisch ist Aragonit Fluch und Segen zugleich. Fluch, wenn er sich als Ablagerung in Wasserleitungen manifestiert. Segen, wenn er hilft, als natürlicher Baustoff Riffe zu befestigen. Diese spezielle Anwendung heißt Bio-Rock-Technologie. Wird an eine Eisenstange im Meerwasser Gleichstrom angelegt, so lagern sich Aragonit und Brucit an. Es entsteht dabei eine Art natürlicher Beton, der für Befestigungen aller Art im Meer verwendet werden kann.

Dies ist ein schönes Beispiel dafür, wie Mineralogie im Dienste der Umwelt und der Nachhaltigkeit wirken kann.

Bildquelle: Wikipedia

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